Dr. Frank - Ulrich Strauß
  Prostata
 
 

Prostata

 


 

Die Prostata

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein ca. 18g schweres Organ unterhalb der Blase, welches die Harnröhre umschließt. Wie bei einer Mandarine die Schale findet sich außen die sog. Prostatakapsel, innen, entsprechend dem Fruchtfleisch der Mandarine, das sog. Drüsengewebe. Die Funktion besteht in der Bildung von Flüssigkeit, die den Spermien (Samenfäden) als Transportmedium sowie auch zu deren Ernährung dient.



Etwa ab dem 45. Lebensjahr beginnt die Prostata, bedingt durch hormonelle Veränderungen, langsam zu wachsen. Somit handelt es sich bei der dann auftretenden gutartigen Vergrößerung der Prostata um einen natürlichen Alterungsprozeß wie das Auftreten von grauen Haaren. Da das Größenwachstum nicht nur nach außen, sondern auch nach innen gerichtet ist, kommt es so zu einer Einengung der Harnröhre mit den daraus resultierenden Symptomen:

verzögerter Beginn der Miktion (Wasser lassen)
druckloser Harnstrahl
häufiges Wasser lassen
Restharnbildung (Verbleibender Urin in der Blase nach dem Wasser lassen)
vermehrt nächtliches Wasser lassen
Bis zu einem gewissen Grad sind diese Symptome hinnehmbar. Werden die Beschwerden aber heftiger, bis hin zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität, so kommen verschiedene Therapieformen in Frage.

 


Diagnostik:

Abtasten der Prostata vom Darm aus
Ultraschall mit Größenmessung und Gewebebeurteilung sowie Restharnmessung
Röntgen der Harnwege
Urin- und ggf. Spermauntersuchung zum Ausschluß von Infektionen
Wird ein Prostata-Ca (Carcinom, Krebs) festgestellt, so ist der Zeitpunkt der Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung dahingehend, ob curativ (100% heilend) oder palliativ (Krankheit stoppend, Fortschreiten verzögend) behandelt wird.

Das Prostata-Ca ist der häufigste urologische Tumor und entsteht in der äußeren Zone der Prostata, ist somit dem untersuchenden Finger sehr gut zugänglich. Eine Gewebeprobe kann hier einen Verdacht bestätigen. Entweder vom Enddarm aus oder auch vom Damm unterhalb des Hodensackes wird mit einer dünnen Nadel etwas Gewebe gewonnen und anschließend untersucht.

Bei der Frage nach der Gut- bzw. Bösartigkeit der Prostatavergrößerung ist die Bestimmung des PSA = Prostata Spezifisches Antigen von entscheidender Bedeutung. Diese Substanz wird bis zu einer gewissen Menge auch von gesundem Prostatagewebe produziert. Entartete Krebszellen dagegen produzieren unverhältnismäßig viel PSA. Eine Blutentnahme kann hier wertvolle Informationen liefern. Allerdings kann auch bei unauffälligem PSA-Wert ein Carcinom vorliegen.Deshalb ist das regelmäßige Abtasten der Prostata unverzichtbar.

 
 


Symptome des Carcinoms:

im Frühstadium: keine
später: wie bei der gutartigen Vergrößerung
im fortgeschrittenen Stadium: - Blutungen, Schmerzen durch verschiedenen Knochenbefall
- Durchbruch in die Blase oder in den Darm
ggf. Knochenszintigramm (Skelettdarstellung durch Anreicherung mit einer radioaktiven Substanz, die sich in Bereichen erhöhten Knochenstoffwechsels
eben auch bei Absiedelungen des Tumor - vermehrt darstellt)
ggf. CT (Computertomographie zum Nachweis oder Ausschluß von Lymphknotenbefall)
Zusätzlich spielt auch das Alter und der Gesamtgesundheitszustand des Patienten bei Diagnosstellung eine große Rolle, um eine ausgewogene Therapie einzuleiten.

 
 


Therapie:

Die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung bei entsprechenden Befunden, die eine Therapie notwendig machen, läßt sich in zwei große Bereiche aufteilen:

a) die konservative (medikamentöse, nicht-operative) und
b) die operative Therapie.
a) Bei der medikamentösen Therapie kommen pflanzliche und chemische Substanzen zum Einsatz. Zu Beginn steht immer eine pflanzliche Behandlung mit z. B. Brennessel, Kürbis, Sägepalme, usw. Reicht diese Behandlung nicht mehr aus, kommen sog. Alpha-Blocker zum Einsatz oder auch direkt Prostata-verkleinernde Substanzen.

Zu den nicht-operativen Behandlungsmethoden gehört auch die "Prostata-Wärme-Behandlung" (Trans Urethrale Mikrowellen Therapie = TUMT). Bei dieser Form der Therapie wird über einen Harnröhren-Katheter Wärme-Energie bis zu 72 Grad in das Prostata-Gewebe eingebracht, wodurch das Prostata-Gewebe teilweise einschmilzt und es so zu einer Verkleinerung des Organes mit einer entsprechenden Verbesserung der Symptomatik kommt. Diese unblutige, in der Praxis ambulant durchzuführende, Technik stellt eine zunehmend erfolgreiche Alternative zur Operation dar.

b) Operativ ist der sog. "Gold-Standard" die Ausschälung des Prostata-Gewebes durch die Harnröhre bei rel. kleinen bis mittel-großen Organen. Ist diese Methode wegen der Größe der Prostata nicht mehr praktikabel, so wird die Prostata durch eine Schnitt-Operation herausgelöst.

Ist keine der o.g. Methoden anwendbar, so bleibt schließlich die Harnableitung durch verschiedene Formen einer Kathetereinlage.

Bei bösartigen Prostatabefunden ist die frühzeitige Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung für einen Therapie-Erfolg:

Ist der Krebs noch auf die Prostata beschränkt, so führt die radikale Entfernung zur 100%-igen Heilung und Genesung. Ist der Befund jedoch schon fortgeschritten, so kommt eine Operation zu spät, so dass nur verzögernde Maßnahmen mit Verlangsamung des Wachstums durchgeführt werden, möglichst unter Erhalt der Lebensqualität.